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Dissertation: Christof Armbruster


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Dissertation: Christof Armbruster

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Institut für Natursport und Ökologie
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Armbruster, Christof (2007): GIS - gestützte Herleitung des Störungspotenzials von hochmontanen Tierlebensräumen durch Natursportaktivitäten

Zusammenfassung:
Abstrakt:

In drei ganzjährig durch den Erholungsverkehr genutzten Gebieten des Schwarzwaldes (Kaltenbronn, Rohrhardsberg und Hohtann) wurde innerhalb eines Untersuchungszeitraums von zwei Jahren anhand verschiedener Untersuchungsmethoden (Vollzählung, automatische Zählanlage, Momentaufnahme, Sichtmessungen, Schallmessungen) das ganzjährige Besucheraufkommen quantitativ und qualitativ dokumentiert und deren Auswirkungen auf Wildtierlebensräume, speziell Auerwildlebensräume, analysiert.
Hierzu wurde ein Bewertungsmodell erstellt, das Freizeitaktivitäten in Abhängigkeit von der Jahreszeit flächenscharf bezüglich ihrer Nutzungsintensität einordnet, vergleicht und zusammenfasst, Konfliktpotentiale aufzeigt und die Effizienz von Lösungsvorschlägen zur Minimierung dieser Konfliktpotentiale prüfen kann. Die wichtigsten Parameter des Modells waren Besucherzahlen an Durchschnitts- oder Spitzentagen und die zum Teil von der Art der Freizeitaktivitäten abhängige Aufenthaltsdauer in den Untersuchungsgebieten, die als Aktivitätsmuster dargestellt wurden. Ebenso wurden typische Bewegungsmuster der einzelnen Freizeitaktivitäten und ihre Verteilung in den Untersuchungsgebieten einbezogen. Das Modell berücksichtigte schließlich auch die Qualität von Auerwildlebensräumen und den Tagesgang bzw. die saisonalen Aktivitätsmuster von Auerwildaktivitäten.
Die erholungsbedingten Nutzungsintensitäten werden im Sommer vor allem von Wanderern geprägt, im Winter von Skilangläufern. Für Konflikte mit Wildtierlebensräumen entscheidend sind vor allem die hohen Nutzungsintensitäten bei maximalem Besucheraufkommen an in der Regel wenigen Spitzentagen. Von der Waldstruktur abhängige Reichweiten von Sicht- und Schallreizen entlang der Wege geben Auskunft über die potentiell durch Erholungsnutzung beeinflussten Wildtierlebensräume (potentielle Reizräume, Störschleppen). Zur Entschärfung von Zielkonflikten werden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, wie zum Beispiel die Verlegung oder Stilllegung einzelner Wanderwege und Loipen, den Aufbau eines Sichtschutzes durch Gehölze und Gebüsche entlang der Wege und Loipen und die Verbesserung der Habitatqualität in den großen zusammenhängenden Flächen der Nettolebensräume.
Nach der Verifizierung des Modells in den drei Untersuchungsgebieten, bietet es sich an, das Modell an die Gegebenheiten anderer Gebiete zu adaptieren und zur Konfliktanalyse „Erholungsnutzung - Wildtierlebensraum“ zu nutzen.


Abstract:

In three areas in the Black Forest (Kaltenbronn, Rohrhardsberg and Hohtann), which are frequented all over the year by recreation an investigation was carried out about the effect of recreation activities and wildlife habitat. This study was executed by using various methods (complete count of the visitors, automatic count by photo-electric barrier, moment count, measurement of view and sound distance) within a period of 2 years.
For this, a new evaluation model has been created, which classifies, compares and resumes the recreation activities depending on season in terms of the intensity of utilisation. This model should also disclose conflict potential and test the efficiency of solutions to minimize this conflict potential.
The attendance on average or peak days and the duration of stay depending on the recreation activities in the areas of investigation, described as activity pattern, were the most important parameters of the model. Other characteristic activity patterns of the several recreation activities and their distribution within the areas of investigation were involved. Finally, the model also considered the quality of grouse habitats and the daily, respectively seasonal activity patterns of grouse activities.
The recreational utilisation intensities in summer are determined in the first instance by hikers, in winter by cross-country skiing. Important for conflicts with wildlife habitats are mainly the high utilisation intensities due to maximum attendances at usually only a few peak days.
Depending on the forest composition distances stimulus of sight and sound along the way give information about wildlife habitats which may be influenced by recreation utilisation (potential attraction areas, disturbance trail). For mitigating the conflicts of aims various arrangements have been proposed, for example the relocation, respectively closing of several hiking trails and cross-country ski runs, the construction of view-protection screens by wood and coppice along the hiking trails and cross-country ski runs and the improvement of habitat quality in the great interrelating areas of net habitats.
After the verification of the model in the three investigation areas it is recommended to adapt the model to the conditions in other regions and to use it for a conflict analysis: recreation utilisation vs. wildlife habitat.


13.12.2017 - 03:16